Zur Netzbelastung durch verrückt spielende Email-Accounts kam auch noch die
Flut der hastig per -- natürlich per Email -- verschickten
Viren-Warnungen (siehe hierzu auch
). Wessen Rechner nicht von
,,ILOVEYOU``-Mails überschüttet
wurde, durfte sich mit Warn-Mails von oft zweifelhafter Aussagekraft
herumplagen.
Die Ähnlichkeit von biologischen und elektronischen Viren ist verblüffend: In beiden Fällen handelt es sich um Objekte, die allein nicht lebensfähig sind und einen Wirt brauchen, dessen Funktionen sie zu ihrer eigenen Vervielfältigung nutzen. Sowohl Lebewesen als auch Computer verfügen über Schutzmechanismen, die einen Virus anhand einiger spezifischer Merkmale erkennen und beseitigen können. Beide Systeme haben aber zwangsläufig Lücken, die neuen Virentypen das Eindringen ermöglichen.
Nach dieser Gegenüberstellung dürfte grob klar sein, worum es sich bei Computerviren handelt: Kleine Programme, die sich im System einnisten, sich nach Möglichkeit via Modem oder Diskettentausch verbreiten und in der Regel nach einer bestimmten Zeit Schaden anrichten. Das Problem bei Computerviren besteht nicht nur in ihrer Existenz, sondern auch in der Einschätzung ihrer Gefährlichkeit.
Zur Zeit existieren einige tausend verschiedene Computerviren. Monatlich kommt eine Handvoll dazu. In der Praxis hat man es allerdings ,,nur`` mit etwa dreißig verschiedenen zu tun. Was schlimm genug ist. Wer allerdings einige grundsätzliche Vorsichtsmaßnahmen einhält, kann die Gefahr eines Virenbefalls weitgehend einschränken oder zumindest den entstehenden Schaden überschaubar halten. Sinnvoll sind aber weder Blauäugigkeit (,,och, mir wird schon nichts passieren``) noch paranoides Aufschreien, wenn man mal wieder nicht mit seiner Textverarbeitung klarkommt. Zur Zeit richtet die Unfähigkeit einiger Computerbesitzer, auch nur einen flüchtigen Blick in ihr Handbuch zu werfen, noch weit mehr Schaden an, als sämtliche Viren der Welt je könnten[Spi95].