Oft wird gesagt, man müsse den Hackern dankbar sein, weil sie auf Sicherheitslücken hinwiesen. Trotzdem handelt es bei den meisten Hacks weiterhin um ein Verbrechen. Wenn jemand mit Sprengstoff und Schneidbrenner den Tresor einer Bank ausräumt, wird dadurch zwar eine Lücke im Sicherheitssystem deutlich, aber dankbar ist dafür sicherlich niemand. Als eine groß angelegte Denial-of-Service-Attacke im Februar 2000 mehrere amerikanische Internet-Hosts lahmlegte, offenbarte dies selbstverständlich eine Sicherheitslücke, aber eine die bislang im Vertrauen auf ein gewisses Mindestalter im Netz hingenommen wurde. Als am 20. April 1999 der 17-jährige Dylan Klebold und der 18-jährige Eric Harris an der Columbine Highscool in Littleton, Colorado zwölf Schüler, einen Lehrer und anschließend sich selbst erschossen, konzentrierte sich die Öffentlichkeit auch nicht auf die grandiose Sicherheitslücke, die sich da in Form von nicht ausgehändigten schusssicheren Westen und fehlenden Metalldetektoren am Schuleingang offenbarte, sondern eher auf die Ursachen des Amoklaufs27.
Wie so häufig hat auch der Begriff ,,Hacker`` einen ganz anderen Ursprung. Unter einem ,,hack`` versteht man im Englischen eine verblüffend elegante und pfiffige Lösung eines nichttrivialen Problems. Mit Computern hat dies nicht unbedingt etwas zu tun (obwohl natürlich Lichtgestalten wie Konrad Zuse oder Steve Wozniak unbestritten als Hacker gelten28). Mit einer Spielzeugpfeife aus einer Frühstücksflockenpackung die Gebührenzähler der amerikanischen Telefongesellschaften aushebeln, das ist ein Hack -- wenn auch der etwas zwielichtigeren Sorte. Mit einem 30-Euro-Schein einkaufen gehen, das ist ein Hack -- ein dreister.
Wer ist nun ein ,,echter`` Hacker? Schwer zu sagen. Sicherlich nicht die, welche von sich behaupten, es zu sein. Mit echten Hackern ist es in etwa so wie mit den Rosenkreuzern: Keiner, der wirklich dazugehört, würde dies jemals zugeben[Eco92].