Die Gründe für diese aus Datenschutzsicht unhaltbaren Zustände liegen wie üblich in den Ursprüngen des Netzes. Als das Internet aufgebaut wurde, gab es nur eine kleine Gemeinde von Nutzern, die sich untereinander vertrauten. Oberstes Ziel war zunächst, den Datenaustausch möglichst effizient und stabil zu organisieren. Aus Sicht eines Techniker war es also sinnvoll, möglichst umfassend über jeden Transfer auf dem Netz Informationen zu bekommen, um auch mögliche Fehlerquellen aufspüren zu können. Man war froh, wenn die Daten überhaupt flossen. Datenschutz war da zweitrangig.
Inzwischen hat sich die Lage geändert. Im Netz tummeln sich diverse zwielichtige Anbieter, die Kundendaten für Werbezwecke sammeln wollen, neben jugendlichen Pseudohackern, die ihre Adoleszensprobleme ausleben. Gegenseitiges Vertrauen ist schon wegen der Größe der Internet-Gemeinde nicht mehr zwangsläufig gegeben. Und wie auf die ersten Siedlungswellen in Amerika die Glücksritter und halbseidenen Gestalten folgten, um im frisch erschlossenen Terrain das große Geld zu machen, folgt im Netz auf die erste Welle technischer Pioniere jetzt die Masse der windigen Geschäftemacher und abenteuerhungrigen Viertelwüchsigen, die sich um die hehren Ziele ihrer Vorgänger einen Dreck scheren und dabei bereit sind, jedes Opfer hinzunehmen, solange sie selbst es nicht sind.