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- Die Möglichkeit zur weltweiten Präsentation bedeutet
auch die Möglichkeit der weltweiten Blamage, wenn das Angebot dilettantisch
gestaltet ist. Der Arbeitsaufwand für eine vernünftige Homepage liegt etwa
bei dem für eine gut gemachte Schülerzeitung. Das Redaktionsteam sollte
also wöchentlich etwa eine Stunde Zeit haben, um sich um die Seiten zu
kümmern.
- Ein gut gewartetes Computersystem kann gegen eine Manipulation auf
Softwarebasis weitgehend geschützt werden. Wogegen es keinen Schutz gibt,
ist Vandalismus auf Hardwareseite. Der Aufstellungsort sollte folglich so
gewählt sein, dass unbeaufsichtigtes Herumgefummel erschwert wird.
- Die Verbindung zum Internet findet über das Telefonnetz statt. Zur Zeit
liegen im Jugendbereich nur eine Leitung für das Nottelefon und für den
Apparat der Jugendleiterin. Schlösse man an diese Leitung einen
Internet-Rechner an, wäre diese für die Zeit des Internetbetriebs -
also möglicherweise stundenlang - besetzt.
- Ein überraschend nichttriviales Problem ist die
faire Abrechnung der Onlinekosten. Wer seine Rechner außer zum reinen
Surfbetrieb auch noch hausintern für andere Zwecke nutzt, muss sich
Gedanken machen, wie er die außerhalb der Internet-Café-Zeiten
anfallenden Telefongebühren abrechnen will. Beim reinen Surfbetrieb gibt es
da vergleichsweise wenig zu regeln. Hier lässt man einfach eine Uhr
nebenher laufen und rechnet nach einer vorher vereinbarten Formel
(etwa ,,Zwei Mark für eine halbe Stunde`` oder ,,Sechs Pfennig pro
Minute``) ab -- egal, was nun genau in dieser Zeit gemacht wurde. So weit
zum einfachen Teil. Aber was macht man, wenn beispielsweise ein
Ehrenamtlicher sich abends an den Computer setzt, um ein
Veranstaltungsplakat zu entwerfen? Dem kann man natürlich schlecht Geld
dafür abnehmen, dass er offline gearbeitet hat. Andererseits soll eine
gegebenenfalls zustandegekommene Online-Verbindung auch abgerechnet
werden. Auch hier ist die Lösung noch halbwegs leicht: Man installiert ein
Programm, das registriert, ob ein Rechner gerade online ist und dann dem
gerade eingeloggten Nutzer einfach die Gebühren
aufschreibt20. Schwierig wird es erst, wenn unter vernetzten Systemen mehrere
Benutzer gleichzeitig eingeloggt sind, von denen nicht alle gleichzeitig ans
Netz gehen. Was passiert, wenn mehrere Rechner sich eine Außenleitung
teilen? Wie stellt man fest, welcher Nutzer auf welchem Rechner die
Verbindung ausgelöst hat? Wie registriert man, wenn ein weiterer
eingeloggter, aber bislang offline arbeitender Nutzer sich entschließt, die
bestehende Verbindung mit zu nutzen? Wer hier sauber abrechnen will, kommt
schnell vom Hunderstel ins Tausendstel.
- Wie bereits erwähnt, existieren auf dem Netz umstrittene
Inhalte. Es ist zwar technisch möglich, einen Anschluss so zu
konfigurieren, dass er nur noch bestimmte unbedenkliche Seiten anzeigt, aber
einerseits fordert man so nur die etwas pfiffigeren Naturen heraus, eine
Umgehungsmöglichkeit zu finden, andererseits wirft eine Zensur mehrere
Fragen auf (siehe dazu auch Anhang
). Die einfachste und
effektivste Abhilfe bestünde darin, den Computer nicht unbeaufsichtigt zu
lassen.
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Jochim Rolf Selzer
2003-03-14