Übersteigen die Onlinekosten einen Betrag von etwa 80 DM pro Monat,
lohnt sich die Überlegung, eine Flatrate zu
wählen. Hier zahlt man (in Abhängigkeit vom Provider möglicherweise
auch erst nach einer einmaligen Einrichtungsgebühr) nur
noch eine monatliche Pauschale. Die Vorteile liegen auf der Hand:
Stundenlange Downloads großer Dateien von langsamen Servern werden endlich
möglich, Email und Newsgroups können beliebig oft abgerufen werden. Ein
paar kleine Häkchen hat die Sache natürlich schon19:
- Die Einrichtungsgebühr ist relativ hoch, um die Kunden längerfristig
an den Provider zu binden. Die Preise schwanken zwischen 59,90 DM bei
Talknet und 999 DM bei Nextra. Ob allerdings eine längerfristige Bindung
an einen Anbieter zu einer Zeit lohnt, in der die Onlinepreise schneller
purzeln als Flachländer bei der Skiabfahrt, ist fraglich.
- Die monatlichen Gebühren liegen ebenfalls verhältnismäßig
hoch. Sie liegen zwischen 29 DM bei 1&1 Internet.profi DSL und 1738,40 DM
bei Nextra dsl.flat 512. In beiden Fällen kommen zu diesen Kosten noch
die Gebühren für einen DSL-Anschluss hinzu. Bei analogen Anschlüssen
sind die derzeit (März 2001) günstigsten Anbieter AOL mit 78 DM ohne
Anschlussgebühren und Talknet mit 59,90 DM mit einer Anschlussgebühr von
59,90 DM.
- Das Downloadvolumen ist gelegentlich limitiert. Über einen
Schwellenwert hinaus gehende Datentransfers werden extra
abgerechnet. Wer nicht von einer unerwartet hohen Rechnung
überrascht werden will, muss also Vorkehrungen treffen, um ein
Überschreiten des Freivolumens zu vermeiden.
- Eine Flatrate ist keine Standleitung und eignet sich auch nicht dazu,
eine solche zu ersetzen. Dauerverbindungen werden mitunter bereits nach
fünf, bei anderen Anbietern spätestens nach 24 Stunden getrennt.
Insgesamt ist der Markt bezüglich Flatrates derzeit schwer
vorhersagbar. Nachdem T-Online die analoge Flatrate mangels
Rentabilität eingestellt hat, ist es fraglich, ob Anbieter wie AOL und
Talknet, die preislich in der gleichen Region liegen, ihre Flatrates halten
werden. Im Moment gelten allenfalls die auf DSL-Technik basierenden
Angebote als einigermaßen stabil. Hier wiederum gibt es Probleme, die für
DSL nötige Hardware zur Verfügung zu stellen. Allein die Deutsche Telekom
liegt mit einigen 100.000 Aufträgen im Rückstand.
Wer es wirklich professionell machen will, mietet freilich eine
Standleitung
und schließt einen Festanbindungsvertrag mit einem
Internet-Provider. Dadurch wird der eigene Rechner zu einem vollwertigen
Internet-Host. Emails werden direkt an diesen Rechner
zugestellt. Webangebote hängen nicht mehr von der Gunst eines
Homepage-Vermieters ab, sondern von dem, was man auf der eigenen Maschine
einrichtet. Allerdings sind die Kosten auch astronomisch: 2000 Mark
monatliche Kosten sind ganz normale Werte, weshalb diese Lösung wohl nur
für Firmen in Betracht kommt.