Was auf dieser Seite nun genau steht, bleibt dem Inhaber dieser Seite selbst überlassen. Der Provider nimmt normalerweise erst dann Einfluss auf den Seiteninhalt, wenn dieser volksverhetzender oder nach den jeweiligen Landesgesetzen strafbarer Natur ist12.
Das ,,Navigieren``, also die Suche nach bestimmten Inhalten, ist zur Zeit noch eine Aufgabe, die eine gewisse Übung erfordert. Bedingt ist dies durch das unkontrollierte Wachsen des Netzes. Es ist verhältnismäßig einfach, seinen Rechner ans Internet anzubinden, und noch einfacher ist es, mit einem eigenen Angebot in Erscheinung zu treten. Im Netz liegt alles gleichberechtigt nebeneinander. Seriöse Agenturmeldungen sind nur einen Mausklick von Verschwörungstheoretikern entfernt. Um dieses Dickicht ein wenig zu ordnen, wurden sogenannte Suchmaschine entwickelt, die das Netz gezielt nach bestimmten Inhalten katalogisieren. Die Fähigkeiten dieser Suchmaschinen, den Seiteninhalt seiner Bedeutung nach zu erfassen und einzuordnen, sind allerdings noch sehr schwach entwickelt. Bei der Suche nach Stichworten kann man so auf Seiten verwiesen werden, die mit dem gesuchten Thema rein gar nichts zu tun haben. Zum anderen nehmen auch die Suchmaschinen keine Wertung über Qualität der verwiesenen Seiten vor, so dass man bei der Einschätzung meist auf sein eigenes Urteilsvermögen angewiesen ist - andererseits hat die Schärfung der eigenen Kritikfähigkeit auch noch niemandem geschadet.
Auch hinsichtlich Vollständigkeit sind die Suchmaschinen weit von der Perfektion entfernt. Die Gesamtmenge der von ihnen katalogisierten Daten umfasst etwa 50% des tatsächlichen Umfangs[fr@99]. Hinzu kommt, dass sich viele Seiten schneller ändern, als die schnellste Suchmaschine dies erfassen kann. Eine Netzrecherche ist also immer mit einer großen Unsicherheit behaftet. Andererseits ist es mitunter schon schwer genug, sich durch die von einer einzigen Suchanfrage zurückgelieferten Datenmenge zu wühlen.
Einen anderen Ansatz verfolgen die von Menschenhand zusammengestellten Webkataloge[Bag99]. Diese entstehen, indem gezielt Seiten aufgesucht und inhaltlich bewertet werden. Natürlich werden auf diese Weise längst nicht so viele Seiten wie von den Suchmaschinen erfasst, allerdings kann man sich auch sicher sein, dass eine verwiesene Seite tatsächlich auch grob etwas mit dem gesuchten Begriff zu tun hat. Wie man sich vielleicht denken kann, bieten die Betreiber solcher Kataloge diesen Service nicht ohne materielle Hintergedanken an. Einige lassen sich nämlich dafür bezahlen, auf bestimmte Anfragen hin grundsätzlich die Seiten ihrer Werbepartner anzuzeigen. Gleichzeitig fallen Seiten der Konkurrenz, die thematisch ebenfalls passen würden, stillschweigend unter den Teppich. Es zeigt sich also auch hier, dass eine gut ausgebildete Kritkfähigkeit im Netz schon fast eine Grundtugend darstellt.