Aufgeflogen ist die Sache letzten Endes, weil der amerikanische Astronom und Systemadministrator Clifford Stoll über einen Abrechnungsfehler von wenigen Cents stolperte, den er auf einen Eindringling in seinen Computern zurückführte. Bei den Nachforschungen ging ich langsam auf, dass er es hier nicht mit einem jugendlichen Scherzbold zu tun hat, sondern mit einem systematischen und groß angelegten Angriff auf Dutzende von Systemen.
Nun mag ein Ausflug in eine Zeit der Heimcomputer, Akustikkoppler und RAM-Größen, die heute gerade mal als Prozessorcache ausreichen, eine Zeit, in der eine primitive Vorstufe des Internet Kommunikation zwischen einigen wenigen Textterminals ermöglichte, wie ein nostalgischer Rückblick in die Steinzeit wirken, hübsch, aber ohne jeden Bezug zur Gegenwart. In Wirklichkeit hat das Buch nur wenig an Aktualität eingebüßt.
Noch immer überwiegt Bewunderung, wenn ein paar Kinder die Sicherheitsmechanismen eines Rechners aushebeln. Noch immer rennt das Opfer eines Angriffs bei seinen Vorgesetzten und den Behörden ins Leere, wenn es den Täter dingfest machen möchte. Noch immer gelten Vertrauen und Intimsphäre nicht als schützenswerte Güter. Erst Schäden, die sich in sechstelligen Dollarbeträgen beziffern lassen, werden als solche wahrgenommen. Noch immer werden viele sensible Systeme mit unzureichenden Passwörtern abgesichert. Noch immer werden sie nachlässig gewartet und bekannte Sicherheitslöcher nicht gestopft.
Das Buch vermittelt eine andere Sicht auf Computereinbrüche. ``Hacken'' ist weder ``k3wL'' noch besonders ``1337'', es ist ganz gewöhnlicher Einbruch. Und genauso, wie eine Bande Jugendlicher, die an einem Sommerabend ein Dutzend Wohnungen leerräumt, kein Dankeschön verdient, sollten Einbrüche in Computer als das gesehen werden, was sie sind: Eine Straftat, die das Vertrauen im Netz zerstört und dazu führt, dass Milliarden in elektronische Barrikaden statt in Verbesserung der Kommunikation gesteckt werden.
Das Buch erscheint unter ISBN 3-596-10277-4 bei Fischer.